Sri Lanka; Highlights in the Highlands

Wer die Hauptsehenswürdigkeiten in Sri Lanka besuchen will muss tief in die Tasche greifen. Die Regierung hat sich offensichtlich zum Ziel gemacht gut betuchte Pauschaltouristen zu schröpfen und Langzeit-Traveler und Rucksacktouristen von der Insel abzuschrecken. Nur so kann man sich die neue Preispolitik erklären. Touristenmagnete wie der Tempel von Sigriya, Ruinen von Polonarruwa oder ähnliche archäologische Ausgrabungen werden mit Preisen von 25 – 30US$ vergoldet. Tendenz steigend. Das Kombiticket wurde gleichzeitig abgeschafft und damit der Gewinn weiter optimiert. Pauschaltouristen von nahen, internationalen Strandhotels werden in grossen, klimatisierten Reisebusse heran gekarrt, durch die Anlagen geschleust und zielgerichtet in „ausgewählten“ Manufakturen getrieben. Das darunter vor allem die kleinen Geschäfte, Restaurants, Taxifahrer, Gästehäuser leiden, weil immer weniger Individualreisende diesen Abriss mitmachen, scheint die Regierung zu ignorieren. Auch meine Devise lautet, einmal gönne ich mir den Besuch, aber ein zweites Mal mache ich einen Bogen um die Sehenswürdigkeiten, oder gar um die ganze Insel.
Nach viel Kultur, alten, behauenen Steinen und bunten Wand-Gemälden ist wieder Natur und Bewegung angesagt. Das Hochland ruft mit kühleren Temperaturen, üppigen Wälder, grünen Teeplantagen und einigen Wanderrouten. In Ella lockt der gleichnamige Hausberg mit schöner Aussicht, aber auch Wasserfällen, kleinen Tempel und Höhlen.
Bereits auf der Weiterreise nach Nuwara Eliya sind wir eine eigene, kleine Reisegruppe, die per Zug durch das Hochland SriLankas gondelt. Zu viert finden wir ein Gästehaus mit schrillem Anstrich und lustigem Manager. Für die Mahlzeiten werden wir in winzigen Restaurants zum grossen Familientisch bugsiert und mit Reis und Curry gestopft. Ein Verdauungsspaziergang bringt uns mitten durch den örtlichen Golfplatz in die Nähe von Teeplantagen. Eine mit Rasen bestückte Dachterrasse eines noblen Hotels lockt zum Ceylon-Tee. So elegant wie möglich versuchen wir die gefüllte Teetasse an den Mund zu führen und dabei ein süffisantes Lächeln aufzusetzen. Ein erhabener Blick über die Plantagen zur Stadt hinunter bestärkt das Gefühl gerade etwas Besonderes zu geniessen. Und das tun wir wahrlich.
Etwas mehr Schweiss und Willenskraft erfordert der Aufstieg zum Adam’s Peak. Nachts um zwei Uhr stehen drei schläfrige, junge Frauen neben mir und teilen meine Freude über den klaren Sternenhimmel nur bedingt. Stufe für Stufe erklimmen wir den Berg. Je nach Quelle sollen es zwischen 5200 und 5500 Stufen sein, die hoch zum Gipfel und zum Tempel führen. Mit gemütlichen, aber stetem Tempo überholen wir alle vor uns Vorausgegangenen. Klagende Worte ertönen aus den schnaufenden, rastenden Mitsteiger, während wir vier leise leidend an ihnen vorbei ziehen. Nach genau zwei Stunden erblicken wir bei aufkommendem Wind das verschlossene Tempeltor. Ein Raum davor schützt uns vor Kälte und Wind. Langsam füllt sich dieser mit weiteren, meist westlichen Touristen die allesamt den Sonnenaufgang hier oben erleben wollen. Pilger sind nur eine handvoll auszumachen. Die Pilgersaison beginnt mit dem Vollmond im Dezember, wenn der Tempel auch das Allerheiligste öffnet und den Blick zum Fussabdruck Buddhas freigibt. Andere glauben, es wäre der Abdruck von Adam, als er das Paradies verliess und seinen ersten Fuss auf die Erde setzte. Ein kleiner Schritt für einen Mann, aber… Naja, das hatten wir doch schon mal!
Lisa verliess unsere Gruppe, um weitere Highlights von SriLanka zu erkunden, während wir restlichen drei ein paar Tage wohlverdienten Urlaub an der Südküste genossen. Berichte von Kälte und Schnee in Europa ertränkten wir in den warmen Fluten des indischen Ozeans 😉

 

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