Tunesien; Tozeur

Das verängstigte Blöken des Schafes ist verschwunden. Stattdessen steigt mir ein durchdringender Grillduft in die Nase. Fettiges Fleisch des geschächteten Schafes brutzelt auf dem Rost im Hinterhof des Patrons. Neben dem einfachen Grill liegen noch die weissen Beine des Lammes, die Hufe zu mir gerichtet. Das islamische Opferfest ist im Gange. Einige schwere Tropfen fallen wie Tränen vom Himmel, versiegen aber bald wieder. Gedämpftes Licht dringt durch die graue Wolkendecke und legt die ohnehin leeren Strassen lahm. Alle Geschäfte haben geschlossen, gefeiert wird in den Häusern unter Familie und Freunden. Nur in dem Kaffeehaus neben meiner Unterkunft ist reges Leben auszumachen. Junge und alte Männer strömen herbei, nehmen auf den Plastikstühlen Platz. Zu westlicher Musik, die vom grossen LCD-Bildschirm flimmert, wird Kaffee geschlürft, Wasserpfeife gepafft und Neuigkeiten ausgetauscht. Die Frauen und Mädchen sind zu Hause und bereiten das Festmahl zu oder spazieren in kleinen Gruppen durch die Strassen. Gemütlichkeit ist angesagt.

 

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