Indien; Festtage in Gokarna

Da denkt man in Gokarna nicht nur schöne Strände sondern wegen seinem heiligen, hochfrequentierten Tempeln  auch eine gewisse Spiritualität zu finden und pilgert rechtzeitig für den „Weltuntergang“ am 21.12.2012 dahin. Wie gedacht blieb der Weltuntergang aus. Lediglich der alte Maya-Kalender ging zu Ende. Einen neuen zu schreiben verhinderten die Spanier vor einigen hundert Jahren. Doch unser gregorianischer Kalender schrieb ja bald Weihnachten und Neujahr. Wiederum ticken die Uhren (und nicht nur diese) in Indien anders. Zwar kamen zu den Festtagen herdenweise indische Gruppen und Familien an den Strand, begannen ihren Tag mit grossen Flaschen Bier, das hier illegal verkauft wird und bevölkerten den Strand um im seichten Wasser zu planschen oder den Westlerinnen beim Sonnenbaden zu beobachten, jedoch ein Fest mit Musik oder gar Tanz war wiederum verboten. Polizeieinheiten patrollierten den Strand entlang, rügten diejenigen, die mit Bierflaschen erwischt wurden oder befahlen Lagerfeuer am Strand wieder zu löschen. 

Zu Weihnachten traf ich Freunde aus Europa. Raffael, der mit Freunde durch Indien reist, aber auch Jessica, die ich in Sri Lanka kennen lernen durfte, liessen das christliche Geburtsfest etwas festlicher anfühlen. Die Pizza schmeckte fast wie zu Hause und anstatt eines kerzenbeschmückten Weihnachtsbaums brachte ein (illegales) Lagerfeuer etwas Glanz  in unsere Augen. Auf die Mitternachtsmesse mussten wir zwar verzichten, doch immerhin unterhielt uns ein bekiffter Nordinder mit einer energischen Predigt über Friede, Liebe und Ausgeglichenheit.

Eine junge Modedesignerin arbeitet an einem Kleid für eine Show und bat mich davon einige Fotos am Strand  zu machen. Ihre Freundin ist ein talentiertes Model, was dem ganzen Unternehmen einen etwas professionellen Anstrich gab. Das Foto-Shooting entlang am Strand, auf Felsen und beim allabendlichen Flohmarkt machte unheimlich Spass und das Model war mit viel Freude und Enthusiasmus dabei.

Kurz vor dem Jahreswechsel irrte ich noch über den Strand und schüttelte Dutzenden indische Hände, die unbedingt einen der wenigen Ausländer berühren möchten. Es scheint hier eine Art Sport oder Glücksbringer zu sein in jedes Bleichgesicht ein „Happy New Year“ zu lallen und mit einem feuchten Händedruck zu besiegeln. Das letzte Lagerfeuer am Strand wurde unter polizeilicher Aufsicht gelöscht, als ich doch noch eine kleine Party fand. Eine Gruppe junger Schweden organisierten etwas Musik und Rum, um auf einer Dachterrasse inmitten einer Bananenplantage neben einem Reisfeld ins neue Jahr zu tanzen und anzustossen. Kurz nach Mitternacht begann überraschend ein tropischer Regenguss auf uns niederzugehen. Ich glaube es wird ein fruchtbares Jahr 2013!

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