Einen Tag in Cienfuego

 

Ha! Natürlich will er Geld. Und zwar aussschliesslich die kubanische Ausländerwährung `Cuban Convertibles`, kurz CUC genannt, die dem US Dollar etwa äquivalent ist. Wer so nett und gekonnt mit Strohut und Zigarre posiert hat’s aber auch verdient. Da mögen die Gebrüder Castros noch so sehr ihren Sozialismus von den Wänden predigen, sobald „Dollars auf Beinen“ auftauchen guckt man gerne von den Plakaten weg auf die Brieftaschen der Touristen. Genau so wechselhaft kann auch das Wetter hier sein. Brennt gerade noch die Sonne ihre stechenden Strahlen in die bleiche Haut, wird sie Minuten später von einem Regenguss gekühlt. Innert wenigen Momente nass werden oder irgendwo unterstehen und sich einige Minuten gedulden. Bald schon verziehen sich die Wolken wieder, damit der Nacken weiter brennen kann. Am Fischerhafen vorbei spaziert. Die aus Styropor gebaute Titanic ist auch noch nicht gesunken. Dafür könnte sie fast auf der wassergefüllten Allee in den Stadtpark schippern. Dort taucht eine 15jährige Prinzessin mit Gefolge auf, wird von allen Seiten fotografiert und bewundert, schleppt ihr Kleid kreuz und quer durch den Stadtpark und lächelt mit ihren Hochglanz-Vorbilder um die Wette. Wenn ein Mädchen ihr 15. Lebensjahr erreicht, wird das als Eintritt ins Erwachsenenalter gefeiert. Mit grossem Pomp wird aus dem Mädchen eine junge Frau. Vor dem Fotograf in Pose werfen ist dabei noch die kleinste Herausforderung. Das können die Kubanerinnen schon bestens von klein auf.

Kuba’s ewige Revolution

Dass die mobilisierte Menschenmasse in Kuba nicht ganz freiwillig zum 1.Mai Umzug aufmarschieren ist kein grosses Geheimnis mehr. Es wurde aber in den 55 Jahren seit der andauernden Revolution zum festen Bestandteil der Kultur. Aus der Pflicht wird ein Volksfest gemacht. Tanzend zu kubanischen Klänge bewegt sich die Masse vorwärts. Fahnen und Banner werden geschwungen, Sprüche skandiert. Auch aus dem Ausland begaben sich ganze Reisgruppe zu dem Ereignis. Auf ihren T-Shirts das Konterfei von „El Che“ bedruckt, lassen sie sich für’s heimische Fotoalbum fotografieren.

Die Route ist kürzer als gedacht. Über den „Platz der Revolution“, wo von Tribünen geladene Gäste runterschauen, geht’s in eine grosse Allee, wo sich die Massen aber bereits wieder zerstreuen. Weitergefeiert wird in den verschiedenen Quartieren und kleinen Bierbuden.

 

 

Die Strassenkreuzer von Havanna

Sie sind in Massen anzutreffen, haben schon längstens museumsreife erlangt und fahren trotzdem immer noch auf den Strassen Kubas; Amerikanische Strassenkreuzer aus den 50er Jahren und noch älter.

Viele sind in einem erbärmlichen Zustand, knattern, scheppern und rauchen. Andere wiederum wurden sorgfältig restauriert und dienen nun für Touristenfahrten für gutes Einkommen harter Devisen.

Havanna; Ankunft in Kuba

 

Havanna, die quirlige Hauptstadt Kubas. Alte sitzen vor ihre Häuser und schauen dem Treiben auf der Strasse zu, Menschen stehen Schlange um ihre Rationen auf den Lebensmittelkarten gegen Brot einzutauschen und Musiker verzaubern die Luft in der Hoffnung einige begehrte Dollars in ihren Hüten wieder zu finden.

Die ersten Eindrücke von Cuba sind geprägt vom Leben in den Gassen, von vorbeigleitenden Ami-Karossen aus den 50er Jahrenund der Musik und Tanz am Abend an der Uferpromenade.

 

 

Memory of the victims of Tsunami 2011.3.11 in Japan

A candle is burning on my desk, not only as a tribute for all the victims from the tsunami in Japan three years ago, but also as reminder to respect the power of nature over our (radioactive) technology. A radioactive-free future is possible …and needed!

Eine Kerze brennt auf meinem Schreibtisch. Zum Gedenken an die Opfer vom Tsunami am 11.März 2011, aber vor allem auch als Erinnerung, dass die Naturgewalten höher einzuschätzen sind als unsere (radioaktive) Technologie. Eine atomfreie Zukunft ist möglich …und nötig!

私たちは忘れてはいけない
より安全な未来への希望

WEF 2014 Davos; Letztes Schönreden

WEF 2014 Davos. Hinter verschlossenen Türen werden Milliardengeschäfte gemacht, über Politik verhandelt, mit Beziehungen gedealt. Vor Fotografen wird gelächelt, vor Fernsehkameras geheuchelt und vor Publikum Hände feierlich geschüttelt. Eine Sparte der“ öffentlichen Teilnahme“ für’s gemeine Volk bildet das Open Forum Davos. Eine Parallelveranstaltung zu dem jedermann/-frau eingeladen ist mit Grössen aus Politik und Wirtschaft über aktuelle Fragen zu diskutieren. Zur Verfügung stellten sich keine geringere als Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der UNO, amtierender Bundespräsident Didier Burkhalter, Martin Schulz, Präsident des EU Parlament,  oder Vorsitzende und CEOs von Nestlé, Coursera, Swiss Air, Hublot, Julius Bär Bank oder Novartis.

Über diese Tage besuchte ich so viele Podiumsgespräche als möglich. Mit der letzten illustren Runde erreichte die Lobhudelei, über die Wirtschaft und Politik im allgemeinen und über die Schweiz und Schweizer/innen im Besonderen, ihren Höhepunkt. Das Thema ‚Die Schweiz nach Öffnung des Bankgeheimnis‘ wurde missbraucht um dem Publikum Sand in Form von positiven Phrasen und optimistischen Zukunftsvisionen in die Augen zu streuen. Die Gehirne des Publikums konnten aber nicht umnebelt werden, wie viele kritische Fragen ins offene Mikrofon zeigten. Angesprochene Themen wie Menschenrechtsverletzungen in Länder der neuen Märkten, Investitionsmangel in neue, zukunftsträchtige( Energie-)Märkte oder das Teilen des gerühmten Reichtum der Banken wurden wortreich umschifft. Das Forum-Gespräch im Internet: Hier klicken!

Wer am Samstag noch nicht abgereist war, hatte noch die letzte Möglichkeit am Frühstücksbuffet Kontakte zu knüpfen oder interne Themen zu erläutern. Letzte Statements wurden vor Kameras gegeben und noch einmal die frische, klare Alpenluft geschnuppert. Schon sind die Aufräumarbeiten im vollen Gange. Restaurants, Hotels und Läden brechen die WEF-Fassaden und Einrichtungen ab und verladen sie in grosse LKWs. Sie verschwinden in eine unbekannte Halle, so wie all die positiven Aussichten und Versprechen irgendwohin weggestellt werden und verstauben. Ob ich damit unrecht habe, wird die Zukunft zeigen.

Der abendliche Spaziergang oberhalb Davos lässt mich auf einen ruhigen Ort hinunterblicken und stelle fest: Die Kirche steht noch mitten im Dorf!

WEF 2014 – Davos; Jagd auf Prominente / chasing the VIPs

Kofi Annan, ehemaliger UNO-Generalsekretär, gehört unbestritten zu den populärsten Figuren am WEF. Dementsprechend gross war auch der Andrang als er am Open Forum Davos angekündigt wurde, um sich zum Thema Immigration zu äussern (http://www.openforumdavos.ch/de/ist-einwanderung-zu-begruessen-oder-nicht.html) . Eine halbe Stunde vor Beginn waren bereits alle Plätze vergeben. Empörte Stimmen aus der Menschenmasse fordern dennoch Einlass und warteten gedrängt vor dem Eingang. Mit etwas Glück wurde ich immerhin in den Nebensaal gelassen, wo weitere 60 Personen die Podiumsdiskussion am Bildschirm mitverfolgen konnten. So war ich von Kofi Annan nur durch eine Mauer und ein halbes Dutzend Polizeibeamten getrennt.

Draussen auf der Strasse macht sich ein Dudelsackspieler für Filmaufnahmen bereit und muss auch gleich als Fotosujet für knipswütige Passanten – zu denen ich mich selber zähle – herhalten. Professionelle Fotografen und Filmteams eilen durch die Strassen, halten Ausschau nach hochrangigen Persönlichkeiten oder warten neben ausgerolltem, roten Teppich vor dem Kirchner-Museum auf Prominenz.

Das abendliche Open Forum – Thema über Ethik und Kapitalismus liess Gemüter erhitzen (http://www.openforumdavos.ch/de/lohnt-sich-der-versuch-eines-ethischen-kapitalismus.html). Ob sich diese Gegensätzlichkeiten vereinen lassen konnte nicht geklärt werden. Das Ziel, eine Diskussion unter den Zuschauer zu entfachen, wurde mit Sicherheit erreicht. Diese Gespräche und Gedankenaustausch setzen sich bis in die Bar fort.

WEF 2014 – Davos: Die Gespräche starten / Talks started

Davos füllte sich mit farbigen Ausweisen, dessen Träger sich als WEF-Teilnehmer auszeichnen. Gemütlich schlendern sie der Promenade entlang, sitzen in den Cafés um sich aufzuwärmen und ihre Souvenirfotos zu betrachten oder geben fleissig Interviews. Ich schlendere mit Ihnen, sitze im ‚Kaffeeklatsch‘, schiesse Fotos und interviewe Menschen, die das verschneite Davos geniessen.

Abends die erste Möglichkeit für mich, an dem ‚Open Forum Davos‘ teilzunehmen. Sechs Experten in Sachen Hochschulausbildungen diskutieren mit dem Publikum über Sinn, Möglichkeiten und Modelle von weltweiten, finanzverträglichen Hochschulen. Die interessierten Zuhörer nutzen rege das offene Mikrofon, um den Experten kritische Fragen über Manipulation, Zukunftsaussichten oder Finanzierung von Hochschulen zu stellen. Dabei melden sich lokale Studenten ebenso zu Wort wie ein distinguierte Herr aus dem Nachbarland oder die besorgte Besucherin aus dem indischen Kerala.

Nach der anregenden Diskussion schnappte ich im nächtlichen Davos etwas frische Luft, bevor ich zurück in die Bar kam, wo Freunde mich erwarteten. In warmen Mäntel gepackt nehmen die Nigerianer neben mir ein kühles Bier. Erfreut nehmen sie zur Kenntnis, dass ich ihre Heimatstadt Abuja besucht hatte und unterhalten sich mit mir über’s WEF und Wetter. Während im hinteren Teil eine Gruppe Italiener zu den Klängen des DJ feiern, mache ich die Bekanntschaft eines jungen Auslandschweizers, der seit Kindheit in arabischen Länder lebte. Als Gesandter der marokkanischen Tourismusindustrie versucht er hier Kontakte zu Vertreter aus potentiellen Kundenregionen zu knüpfen. In seinem Redeschwall liess er immer wieder durchblicken, mit welchen wichtigen Persönlichkeiten er sich traf oder noch zu treffen beabsichtigte. Kleine Geheimnisse werden in bierseliger Laune weiter erzählt und die Vorzüge Marokkos, zu denen auch das Anschreiben der Zeche gehört, gepriesen. Deshalb ist sich Mario auch nicht gewohnt Geld bei sich zu tragen. Ob ich ihm nicht doch etwas für ein Bier leihen könnte…

WEF 2014 – Davos; the day before

Davos wird für einige Tage zum Treffpunkt der Mächtigen dieser Welt. Aus dem kleinen idyllischen Ferienort wird eine niedliche Festung mit Alpenkulisse. Seit Tagen werden Holzfassaden vor die Hotels gehämmert, provisorische Cafés und Apero-Bars aufgestellt, riesige Plakate und Banner aufgezogen und das Ganze mit Zäunen und Stacheldraht umringt.

Am Vorabend des WEFs machte ich einen Spaziergang entlang der Flaniermeile, die geradewegs zum Kongresszentrum führt. Busse entladen Delegationen, schwarze Limousinen mit dunklen Scheiben und breitschultrigen Fahrer halten vor den Hotels. Polizei, Wachleute und Armee patrouillieren und kontrollieren Fahrzeuge und Passanten. Die Medienleute beziehen ihre teuer gemietete Häuser mit Blick auf Hotels und Kongresszentrum und bringen sich in Stellung für die Medienschlacht. Erste Interviews werden im Schnee gegeben oder gleich neben schicken Restaurants aus denen krawattenbewährte Männer und gestylte Frauen treten.

Kurz vor dem Kongresszentrum werde ich von der Polizei angehalten. Ohne WEF-Badge habe ich keinen Zutritt zur näheren Umgebung der nobelsten aller Nobelhotels und des Zentrums. Es ist schon spät, aber morgen spaziere ich wieder entlang der „Promenade“ und schnuppere mehr von dieser internationalen Wirtschaftsaura.

South Africa: Cedar Mountains

Über den Botterkloof Pass begrüsste uns Regen und kühle Temperaturen. Doch kaum haben wir den Fluss zum Camping überquert klarte sich das Wetter auf und lud zum Wandern ein. An den Hängen wächst wilder Rooibos-Tee, im Tal gedeihen Mango- und Zitrusbäume auf den Farmen und auf dem Gipfel schweift der Blick über den blauen See in grüner Landschaft gebettet. Kräutergeruch in der Nase, Stille im Kopf, Friede in der Brust. Zurück im einsamen Camp begrüsst uns ein Pferdepaar, das offenbar Gefallen an unserem Fleckchen gefunden hat. Zum abendlichen Feuer lassen sie uns aber wieder alleine. Nur das plätschern des Flusses begleitet uns in den Schlaf.

Rain drains out of the clouds on the Botterkloof Pass. Not a big invitation for hiking. Lucky the wind blew the clouds away as we crossed the small river to our camp.  Hiking in the mountains of the wild Rooibos-Tea with the herby scent of it in the nose, the peaceful sound of the wind in the head and a empty thoughts lying in the chest. Once reached the top, the eyes fall of the steel blue lake settled in lush green valley beneath. Back in the camp we got visitors. A horse couple roamed around, gave us some nice company for awhile, but let us alone for the peaceful evening at campfire.