OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #7: Der berühmte Marktplatz von Kromeriz

Der Rückfahrt von Polen nach Tschechien führt auf herrlicher Motorradstrecke durch die Böhmischen Schweiz. Immer weiter ziehen sich die Kurven bis ich kurz vor Kromeriz stehen bleibe. Ich bekam ein Übernachtungsangebot von Karel, der mich herzlichst bewirtete, Bier und Slibowitz ausschenkte und sehr besorgt um einen sicheren Platz meiner Honda war.

Am nächsten Morgen fand ich dann einen um so schöneren Parkplatz direkt auf dem UNESCO geschützten Marktplatz von Kromeriz. Ein leckeres Frühstück und kleiner Stadtrundgang folgten. Dabei begegnete ich Hare Krishna Anhänger, die singend und tanzend durch den Ort zogen. Sie hätten eine Farm, auf der sie leben und meditieren, erklärt mir ein Anhänger der Glaubensrichtung. Er lud mich herzlich ein, ihnen auf diese farm zu folgen. Doch mein weg führt mich weiter Richtung Süden nach Brno…

 

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #6: Wroclaw und seine Zwerge

Keine Frage: Wroclaw ist eine weitere sehenswerte Stadt, die sich wie Perlen auf meiner Motorradtour in Osten aneinanderreihen. Mögen viele dieser Städte auch eine ähnliche Vergangenheit haben, schon vor Jahrhunderten auch durch adelige Heirat und/oder Handel verknüpft gewesen sein, so birgt aber auch jede Stadt einige Besonderheiten, die sie auszeichnet. In Wroclaw, oder zu deutsch Breslau, sind es die witzigen Zwerge, die in der ganzen Innenstadt verstreut und versteckt sind. Unwillkürlich hält man Ausschau nach ihnen. So bekommt ein Stadtrundgang zusätzliche Würze.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #5: Melnik und die gruselige Gruft

Mein Motorrad-/Reisekumpel erzählte mir beim Frühstück von der Knochengruft in Melnik, das nur etwa 40 Kilometer ausserhalb Prag liegt. Spontan entschlossen wir zusammen dorthin zu fahren. Melnik, ein kleiner, schmucker Ort, liegt auf einem Hügel. Von der Kirche aus kann man den Zusammenfluss von Moldau und Elbe unter dem Weinberg sehen. Unter der Kirche aber befindet sich die Gruft, in der tausende von Knochen und Schädel aufgeschichtet liegen. Ehrfürchtig traten wir in den modrigen Raum, staunten über die bleichen Wänden aus Menschenknochen. Eine dumpfe, drohende Musik erschallte aus versteckten Lautsprecher. Aus dem Off begann jemand die Geschichte der Kirche, des Ortes und den nahen Schlachtfelder zu erzählen, aus denen viele dieser Überreste stammten.

Wieder am Tageslicht erfreuten wir uns dem Grün der Umgebung und einem stärkendem Kaffee, bevor wir voneinander Abschied nahmen. Jeder in einer anderen Richtung fahrend, die Hoffnung mit sich tragend, sich einander wieder zu sehen bevor man in einer Gruft endet.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #4: Prag, die Goldene Stadt

Prag, die goldene Stadt, wurde einst wegen den vergoldeten Kirchturmdächer so benannt. Diese Zeiten sind vergangen. Waren es Könige, Adlige und reiche Händler, die vor Jahrhunderte Gold und Ruhm in die Stadt brachten, sind es nun Massen von Touristen, die ihr Geld in die Stadt tragen. Trotz all dem Rummel; Prag ist noch immer ein Besuch wert, wie ich feststellen durfte.

Schon die Anfahrt von Süden, mit Zwischenstopp in Pilsen, hatte was erhabenes. Über einen Hügel rollend, erblickte ich die Stadt mit dutzenden Kirchtürmen unter mir. Eingebettet zwischen Hügeln, breitet sich die Stadt beidseitig der Moldau aus. Ich beeilte mich bei meiner Unterkunft einzuchecken, um die berühmte Karlsbrücke vor Sonnenuntergang zu erreichen. Goldenes Licht flutete über die Köpfe der Brückenbesucher. Mahnend dunkel hoben sich die religiöse Skulpturen vom rotflammenden Himmel ab. Die Burg im Hintergrund zog sich langsam in die Dunkelheit zurück.

Natürlich klapperte ich am Tag die Sehenswürdigkeiten ab. Rathaus-, Markt- und Kirchplätze, genau so wie Uferpromenade, Brücken oder Einkaufsstrassen. Ob zu Fuss, mit Tram oder Pferdekutsche, hinter jedem Ecken wartet eine neue Besonderheit Prags. Eine der Besonderheiten war ein alter Freund und Reisegenosse, der extra den langen Weg unter die Räder seiner Honda nahm, um mit mir einige Stunden in der altehrwürdigen Stadt zu verbringen. Wir schlenderten zu Schloss hoch, beobachteten amüsiert eine Wachablösung der Garde und drängten uns mit hunderten anderen Stadtbesucher durch das ‚goldene Gässchen‘. Und natürlich durfte Kaffepausen und Abendbiere mit endlosem Austausch von Reiseerlebnissen nicht fehlen.