OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #26a: Chernobyl, zweiter Tag in der Geisterstadt

Pripyat, die Stadt die in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks stand, hatte zur Zeit des Reaktorunfalls etwa 50’000 Einwohner. Es war ein weiterer Ausbau des Kraftwerkes im Gange und damit wäre die junge Stadt, gegründet 1970, auf mindestens 80’000 Einwohner angewachsen. Durch das Atomkraftwerk als guter Arbeitgeber war es eine prosperierende Stadt mit grosszügiger Infrastruktur und Angeboten. Der Supermarkt hatte vielfältigeres Sortiment, das Schwimmbad war in Olympiagrösse gebaut, viele Schulen und Sportplätze waren für mehr kinderreiche Jungfamilien ausgelegt. Ein Rummelplatz war eben gerade fertiggestellt worden und die Eröffnung für nur wenige Tage nach dem Unfall geplant. Unbenutzt nagt nun der Zahn der Zeit an der Vergnügungseinrichtungen. Anstatt ein Ort des Lachens und Vergnügens, wurde es zur Ikone des leisen, nuklearen Todes.

 

 

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #25(b): Chernobyl und die Geisterstadt Pripyat

Die Stadt, die am meisten radioaktive Strahlung und Material abbekam war nur knappe 3km vom Reaktor IV entfernt. Von hier aus begannen Feuerwehrleute den Brand nach der Explosion vom Kernreaktor zu löschen zu versuchen. Während der ersten 36 Stunden nach der Explosion wurden die ca 50’000 Einwohner von Pripyat über das Ausmass des Unglücks im Dunkeln gelassen. Erst dann wurde die gesamte Stadt evakuiert. Den Menschen blieb nur zwei Stunden Zeit zum Packen, bevor sie mit Bussen und Lastern in sicherer Entfernung gebracht wurden.

Heute versperrt ein Schlagbaum die Strasse zur Stadt. Ein Kontrollposten überprüfte die Papiere. Dann erst biegen wir in die Strassen der Stadt ein, oder was davon übrig blieb. Büsche und ein dichter Wald eroberten sich ihr Terrain zurück. Ein schmaler Weg wo früher breite Stadtstrassen waren. Durch’s Gehölz erkannte ich Mauern von hohen Wohnhäuser. Vor einem 16 Stockwerke hohen Haus hielten wir. Unser Guide machte uns darauf aufmerksam, dass es offiziell nicht mehr erlaubt wäre in die Häuser einzudringen. Offensichtlich wird dies aber lasch gehandhabt, und wir wurden nur gewarnt aufzupassen. Minuten später keuchten alle 15 Mitglieder der Tourgruppe die verstaubte Treppen hoch. Einige trugen die Staubmasken, die uns angeboten wurden, um nicht radioaktiven Staub einzuatmen. Oben auf dem Dach öffnete sich ein herrliches Panorama über die bewaldete Stadt, bis hin zum neuen Sarkophag des Atomkraftwerkes.

Es war lange nicht das einzige Gebäude, das wir in den folgenden Stunden betraten. Ein Krankenhaus, das stellenweise besonders hohe Werte anzeigte, der Flusshafen mit dem halbversunkenem Hausboot, Ein Musik Konservatorium, dessen demoliertes Klavier einsam vor eingebrochenen Sitzbänken steht oder Turnhallen, an deren Wänden noch vergilbte Fotos von Sportereignisse hängen.

Zu unserem Erstaunen näherte sich ein Fuchs unserer Gruppe. Er war sich bereits an Menschen gewöhnt und bettelte um Fressen. Das ihm zugeworfene Brot mochte er aber nicht besonders. Auch Bären und Wölfe siedeln sich in dieser Gegend an, erfuhren wir. In der nun menschenleeren Region können sie wieder frei leben. Was die Strahlung für Auswirkungen haben, kann man aber noch nicht genau sagen.

Wir hingegen konnten das Gebiet nicht verlassen ohne zuvor durch eine Schleuse mit Dosimeter zu gehen. Diese Apparatur testete bei jedem Einzelnen die aufgenommene Strahlendosis, dessen Höchstwert nicht überschritten werden darf. Natürlich kamen alle einwandfrei durch, und strahlten erst recht beim Anblick eines echten Chernobyl-Feierabendbiers. Prost.

Diamond Ghost Town Kolmanskoop

It’s a ghost city near Luederitz. Wind blows trough shattered windows, brings sand in, carry old dreams away. Diamonds were found here, and still get found in these area. Tourguides tell about the old days, about the incredible wealth they experienced here, about the lucky ones and the harsh circumstances for collecting those shiny stones.