OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #33: Die Bühnen Odessa’s: Markt, Gotteshäuser, Oper, Bars…

Samstagmorgen. Die Hotelangestellten sind auch heute unfreundlich. Es scheint hier Pflicht zu sein, den Gast zu ignorieren. Wenn er doch Auskunft will oder Hilfe braucht, ihn mit so gekonntem Widerwillen zu strafen, dass man sich in einer Komödie wähnt.

Ein Markt, ebenfalls Bühne des Lebens, wo gefeilscht wird, dramatische Geschichten übertrieben wiedergegeben werden und noch zappelnde Fische entschuppt werden. Das riesige Dach überm Markt erinnerte mich sehr an eine Theaterkuppel. Damit gab es mir den Anstoss, das Leben als Theater zu sehen, das sich auf vielen Bühnen abspielt. Mit dieser Metapher gehe ich weiter durch Odessa. Gotteshäuser, zum Beispiel, in denen sich Menschen verkrampft an überholte Regeln und Rituale halten,die dann im nächsten Wirtshaus gleich wieder mit Bier runtergespült wird. Die Fassaden an den Strassen sind überzogen mit bunten Graffitis, verstecken die grauen, eintönigen Wohnbunkern. Davor kreuzen weisse Stretch-Limousinen und schwarze Nobelschlitten mit Stern auf der Kühlerhaube. Sie halten vor dem Opernhaus, was ich sehr passend finde, und inszenieren mit dem Fotografen eine romantische Szene in Kleidern, die sie den Rest des Lebens nicht mehr tragen werden.

Es wird Abend in Odessa, doch das Leben geht weiter, schläft nicht. Besonders nicht Samstagnacht. Also gehe ich in eine Bar, bestelle mir, nach längerer Wartezeit, ein Bier. Das Wechselgeld behält er grad bei sich. So spart er sich das Suchen von Kleingeld und mir die Überlegung, wieviel Trinkgeld ich da lassen soll. Auf dem Bildschirm zappelt ein Mann aufgeregt mit dem Mikrofon in der Hand, während aus den Lautsprecher eine schrille Frauenstimme ihren Hit rausbrüllt. Warum bringen sie in der Bar nie die Musik, die am Bildschirm als Video gezeigt wird? Ist es ein technisches Problem oder steckt da was anderes dahinter, sinnierte ich. Da wurde ich aber auch schon von zwei Frauen abgelenkt, die sich gleich neben mich setzten. Ich erinnerte mich gelesen zu haben, dass in Odessa, obwohl offiziell illegal, viele Prostituierte in Bars und Nachtklubs auf Kundenfang gingen. Davon zeugen auch die vielen Stripclubs und Cabarets, denen ich auf der Strasse vorüberging. Nach dem zweiten, oder dritten, Bier gehe ich aber ins Hotel zurück. Alleine, denn auf dieses Theater kann ich nun wirklich verzichten.

Lake Bunyonyi

The road to Lake Bunyonyi was already worthwhile the trip. Hills and craters everywhere you look. Fields around tiny villages, which are scattered in the landscape. Whenever you stop you get company by curious people and begging kids. Then suddenly the lake appears between the hills, lies quietly in the valley. I reached my destination, a peninsula with a campsite. And what a site to camp; in the morning i woke up with the view over the lake. Mist flows over the calm water and crawls up the hills. On the small island in front of me moved slightly the treetops, as some strange power lives there.

Next day i decided to go for an hike on the nearby hills. One of the rare opportunities to go for a hike for free, without any permit needed. But i wasn’t alone. Buggy, the dog from the campsite, followed me. In the villages women sitting on the floor, doing handicrafts. Soon another company joined in. A kid from the village wanted show me the path to the top, and went with me since. From the small farmhouses with beautiful views over the lake the kids waves shyly their hands, wondering where i’m going. I hadn’t an idea myself. My new little friend pointed to another villages behind the hill we just climbed. Yes, let’s go there, i agreed. The people watched me in astonishment, when i arrived with that little local kid and the dog. I found an empty bar and bought my company a soda, which he sipped with a broad smile in his face. Meanwhile Buggy were sitting in front of the door and watched the curious kids on the other side of the street. After the refreshments the way back seems to be easy and fast.