OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #16: Kurze Tour in der Niederen Tatra

Nachdem ich in der Hohen Tatra überraschend schöne Ecken entdeckte, wollte ich nun auch noch einen Kurztrip in die Niedere Tatra wagen. Gerade rechtzeitig kam ich zur Tour in die ‚Eishöhle‘. Von der Natur tief ins Gebirge gegrabene Gänge führten in eine kalte Dunkelheit. Hier unten hält sich tatsächlich das Eis das ganze Jahr über und formt skurrile Skulpturen. Gut nachvollziehbar, dass im Mittelalter gefundene Bärenknochen für Überbleibsel von Drachen gehalten wurden. Naja, vielleicht hausten die ja wirklich hier.

Im Nachbartal besuchte ich die grösste Holzkirche Slowakiens, oder gar der Welt, je nach Quelle. Kein einziger Nagel oder sonstiges Metall wurde verbaut. Alle tragende Teile und auch der Altar sind aus Holz gefertigt. Nur eine Minute vor dem Schliessen der Kirche wurde ich noch kurz rein gelassen. Trotz der monumentalen Grösse von innen, wirkt das Holz freundlich, warm und heimelig.

Und dann war noch das kleine Dorf, nicht weit von meinem Camp entfernt. Ein Geheimtipp soll die Ruine einer Kirche sein, dessen Holzturm noch erhalten ist. Stolz und unbändig ragt der Turm über die verwachsenen Ruinen empor. Hinter dem einfachen Bauerndorf türmt sich das Tatra-Gebirge, gibt der ganzen Szenerie einen malerischen Anstrich.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #15: Die Holzkirchen der Hohen Tatra

Von der Existenz von typischen, einzigartigen Holzkirchen der Region erfuhr ich erst von  Lui und Steffi ( www.comewithus2.com ), die ich hier traf. Hellhörig geworden, beschloss  ich den trüben Tag mit kulturellen Highlights zu füllen. Mit leichtem Gepäck kurvte ich die Honda in die Hohe Tatra hinauf, genoss den Fahrtwind und die Kurvenschrägen. Die Tatra erinnert mich an Schwarzwald, nur schwärzer, oder waldiger. Als sich der Wald bei Zuberec lichtete, erscheint ein Schild, das auf ein Freilichtmuseum hinweist. Einfach hinfahren. Ein ganzes Dorf mit Holzkirche, Bauernhäuser, Wassermühle und Gärten dokumentieren das traditionelle Leben der Region. Tolle Einblicke, nett umgesetzt. Auch der einsetzende Regen ist ganz typisch, erklärt man mir. So hautnah wollte ich dann die Region doch nicht kennen lernen. Trotz langer Kaffeepause in der Mühle, hielt der Regen an, ging in feinen Nieselregen über.

Ich packte mich wasserdicht ein und fuhr weiter nach Tvrdosin, wo eine UNESCO- Weltkulturgeschützte Holzkirche steht. Mit mir kam ein Bus voll Rentner an, die sich pilgermässig in die Kirche begaben. Erst ärgerte ich mich wegen den ungewollten Statisten vor meiner Kamera, realisierte dann aber, dass dank dieser Tourgruppe die Kirche erst geöffnet wurde. So konnte auch ich den holzgeschnitzten Altar bewundern und fotografieren. Ich musste mich nur etwas gedulden bis die Gruppe wieder Richtung Bus pilgerten.

Bei der dritten Kulturstätte, die ebenfalls zur UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Holzkirche von Lestiny, war ich wieder ganz allein. Und ausgeschlossen. Immerhin hatte sie ein Vordach, das mich vom erneuten Regenguss schützte. Das erstaunliche an all den Holzkirchen sind die so unterschiedlichen Formen und Architekturen, die sie haben. So ist jede, trotz einigen Gemeinsamkeiten, ein Unikat an Gotteshäuser.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #14: Banksa Bystrica, die Perle in den Tatra Bergen

Gut ausgebaute Strassen mit langezogene Kurven führen von Ungarn nach Slowakien. Immer weiter nördlich führt mich der Weg, direkt auf’s Tatra Gebirge zu. Eigentlich weiss ich gar nicht was mich dort erwartet. Es sah auf der Karte nur verheissungsvoll aus. Bevor ich aber das Donaugebiet verlasse, stoppe ich für ein Foto an. Ein Auto hält kurz darauf, lässt die Scheibe runter und eine Frau zeigt mir ihren hochgereckten Daumen. Fragend blicke ich zurück, worauf sie „Okay?“ fragte. Sie stieg aus dem Auto aus, nimmt ihren eigenen Helm aus der hinteren Sitzbank und gibt mir zu verstehen, dass sie auch Motorradfahrerin ist. Und Motorradfahrer kümmern sich für einander. Gerührt bedanke ich mich, worauf sie mir noch ein Maskottchen übergibt, etwas wie ‚Angry Bird‘ oder ‚Furby‘. Vielleicht sollte ich ihn ‚Angry Furby‘ nennen, oder noch besser ‚Flying Furby‘? Hupend zieht jeder wieder seines Weges.

Als ich in Banksa Bystrica einfuhr, landete ich direkt beim Marktplatz. Nichts einfacheres als sich den ersten Cappuccino zu leisten und den Sonnenschein für einen kurzen Stadtrundgang zu nutzen. Ein alter Mann grüsste höflich, freute sich über meinen offensichtlichem Gefallen am Ort. Er kommt aus Bratislava, erklärte er, aber findet diesen Ort am Fusse der Tatra schöner zu leben. Ich konnte ihm beipflichten. Gepflegte Gebäuden, sauberer Marktplatz und blumengeschmückte Brunnen zieren dieses Kleinod. Ich überlegte sogar in der Nähe mein Nachtlager aufzuschlagen, beschloss dann aber trotz aufziehenden Wolken noch einige Kurven mehr unter die Räder zu nehmen. Immer tiefer mäandert der Weg ins Tatra Gebirge, bis ich am Liptovska See ein geeigneten Camping finde.

Ich wähne mich bereits alleine auf dem weitem, sattem Grün, als ein Fahrzeug mit Schweizer Kennzeichen auftauchte. Das Paar, das dem blauen Campingbus entstieg, kam mir sofort bekannt vor, konnte die zwei samt ihrem Bus auch gleich zuordnen. „Hallo“, sprach ich sie an, „euch kenne ich doch als Vlogger mit You-Tube-Kanal.“ Steffi und Lui haben sich vorgenommen, alle Länder Europas mit ihrem Bus „Karl“ zu bereisen. Aus dem vermeintlich ruhigen Abend, wurde es ein gemütlicher und spannender Austausch. Nichts ist kurzweiliger als mit Gleichgesinnten zusammen zu sitzen.

Wer ebenfalls die zwei sympathischen Reisenden kennen lernen will besucht am Besten ihren website/blog: http://comewithus2.com oder besucht ihren Youtube-Kanal 

 

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #11: Kurzer Stop in Bratislava

„Geh nach Bratislava“, meinten einige, „Da gibt’s nichts Aussergewöhnliches“, sagten andere. Da es sowieso auf meinem Weg liegt, will ich wenigstens einen Blick in die Altstadt werfen. Nach meinem frühen Aufbruch in Wien, liegt auch gleich eine Frühstückspause an. Wie oft darf ich in dem Cafe auch meine Motorradjacke und schwere Tankrucksack zurück lassen. Mit der Kamera um den Hals spaziere ich durch die Gassen, sehe wiederum viele sakrale Bauten, gehe den Touristengruppen aus dem Wege und versuche die eine oder andere Besonderheit der Stadt zu entdecken. Hier ist’s die Figur „man at work“, die in Boden einer Gasse eingelassen ist und aus einem Gulli-Loch zu kriechen scheint. Er verweilt so, guckt von unten den Fussgänger nach.

In einer ruhigen Gasse knattert ein Moped an mir vorbei und parkt. Ich erkenne sofort die australische Flagge und das Nummernschild von Down Under. Bob reist mit seinem kleinhubraumigen Gefährt um die Welt. Den Seitenwagen hat er selbst drangebastelt, erklärt er nicht ohne Stolz. Wir unterhalten uns eine Weile, bis ich erfahre, dass er auch gen Osten unterwegs ist. Vielleicht sehen wir uns wieder, irgendwo im Osten.