Fast 10’000 Kilometer durch 24 Länder in 9 Wochen trug mich meine altgediente Honda Varadero. Die lange Heimfahrt über gute italienische Autobahn, liess mir Zeit, die Reise nochmals in Gedanken Revue passieren zu lassen. Ob Alpenkurven oder weite Geraden in der Walachei, gute Teerstrassen in Moldawien oder Schotter in der Ukraine, die Honda trug ihre Last duldsam und zuverlässig. Viele Momente und Begegnungen teilten wir unterwegs, und sie fand viel Begeisterung und Aufmerksamkeit bei anderen Menschen. Darum sollte der letzte Post dieser langen Reise auch nochmals einigen Momente meiner Honda Varadero gewidmet sein.
Kategorie: culture
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #62: San Marino
Zum Abschluss meiner Motorradtour nochmals ein sprichwörtliches Highlight. Auf dem dreigipfeligen Berg Titano und steht die mittelalterliche Stadt San Marino, Hauptstadt der gleichnamigen Republik. Während an der adriatischen Küste noch Nebel über den leeren Strand zieht, erheben sich hier die Türme der Sonne entgegen. Der Ausblick über die steilen Felswände ins umliegende Land ist grandios. Die engen Gassen beherbergen viele Cafés, Restaurants und Souvenirläden, um die Touristen zufrieden zu stellen. Mich zieht’s zu den Zinnen der Burgen, die erstaunlich wenig besucht sind. Wie ein Schleier des Vergessens verbirgt der Nebel die Küste von Rimini, das Adriatische Meer, den Balkan dahinter und die ganze osteuropäische Landmasse, die ich bereist hatte. Nach 9 Wochen und 10’000 Kilometer ist San Marino das 24. Land meiner Motorradtour. Ein kühler Wind aus dem Norden erinnert mich, dass es Zeit wäre, die Heimfahrt anzutreten.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #61: Rimini / Italien
Italien. Erst mal einen richtigen Cappuccino trinken. Ich muss zugeben, ich wusste nichts von Rimini, ausser, dass es schöne Strände geben soll. Die Altstadt überraschte mich dann mit grossen Stadttoren, römischen Ruinen und mittelalterlichen Bauten. Die Plätze und Cafés waren voll von Menschen, die das schöne Herbstwetter genossen. Die Betriebe an den Stränden hingegen fielen bereits in Winterschlaf. Ein kalter Wind wehte über den Sand den wenigen Spaziergänger entgegen. Die meisten Restaurants hatten geschlossen, verweigerten mir Schutz vor dem Wind. Dann aber fand ich doch noch eine Gaststätte, die mich mit typisch italienischen Speisen und Getränke versorgte: Pizza und Wein.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #58: Dalmatien mit Trogir und Zadar
Wenn auch die Wassertemperaturen sanken, so lachte doch die Sonne und gab mir unterwegs herrliche Ausblicke auf die dalmatische Küste mit ihren wundervollen Inseln, Strände und Städte. Zwei weitere Orte, Trogir und Zadar, besuchte ich auf dem Weg nach Norden. Tagsüber laden angenehme Temperaturen zu einem Kaffee im Hafen ein, oder zu einem Stadtrundgang in der heisseren Mittagszeit. Am Abend winkt die Sonne zum Abschied zu und verschwindet mit einem Feuerzauber am Himmel.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #57: Split, zurück an die Küste
Einmal führte mich mein Weg durch bunte Herbstwälder. Vom bosnischen Sarajevo zurück an die kroatische Küste. Auf dem Weg dorthin ein Kaffeestopp in Travnik, wo mir mit dem traditionellen Kaffee auch gleich eine Zigarette serviert wurde. Ich liess sie liegen und fuhr weiter an die Küste nach Split.
Die Wärme geniessend zog ich durch die Gassen der Altstadt und sammelte weiter Eindrücke alter Zeiten, atmete tief eine Brise Meeresluft ein und sah der Sonne zu, wie sie sich hinterm Horizont verkroch.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #56B: Sarajevo
Der Besuch der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina war erst nicht geplant. Das sonnige Herbstwetter und eine schöne Motorradroute führte mich dann doch dahin. Bereut hatte ich es bestimmt nicht, im Gegenteil, ich nahm mir vor nochmals dahin zu fahren. Die beeindruckende Stadt wartet mit viel alter und neueren Geschichte auf, kulinarische Eigenheiten und interessanten Bauten. Beim bosnischen Kaffee erzählt mir der Besitzer des Hostels einiges aus seinem Fundus über das Wissen der Stadt und Region. Aber auch der Spaziergang durch die Altstadt, mit seinen Handwerksmärkten, Kaffeehäuser, alten Karawanserei und sakralen Bauten, bestärkten mich eines Tages wieder zu kommen um mehr zu erfahren.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #56a: Die Brücke von Mostar
Bosnien und Herzegowina. Ein Land, das in den 90er Jahren wegen Balkankrieg oft in den Medien war. Darunter auch Mostar, und dessen uralte Brücke, die die Altstadt beidseits des Flusses Neretva verbindet. Diese Brücke wurde im Krieg zerstört und später wieder aufgebaut.
Ein Blick auf die Karte und in den Himmel, versprach ein herrlicher Tag für eine Motorradtour. Von der Strecke, wie auch vom Wetter her. Kurven führen von der Küste hinauf in eine karstige Hügellandschaft, die an die Winnetou Filme der 1960er Jahre erinnern. Tatsächlich sind hier damals in der Nähe einige Szenen abgedreht worden.
In der kleinen, engen Altstadt tummeln sich Gruppen von Touristen. Alle strömen zu der berühmten Brücke zu. In den Basaren und Läden locken die Verkäufer den Vorbeigehenden mit Souvenirs und lokalem Essen. Aber auch Überbleibsel des Krieges und der jugoslawischen Ära werden angeboten. So finden sich alte Militärhüte, Messer und Abzeichen in den Flohmärkten. Als ich so durch die Gassen schlenderte, begegnete ich vier netten, jungen Damen aus Kuala Lumpur, mit denen ich mich bereits in Kotor gut unterhalten hatte. Etwas Zeit für einen Austausch und ein Selfie musste sein, bevor alle wieder ihre Reise fortsetzten.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #53: Kotor – Burg und Meer
In der morgendliche Frische stieg ich zur Burg hoch. Steile Treppen brachten mich schnell hoch über die Altstadt und eröffneten mir eine wunderbare Sicht über die Bucht. Weit draussen hatte über Nacht ein Kreuzfahrtschiff geankert. Bevor die Masse hier oben ankommt, möchte ich einige ruhige Minuten verbringen. An Einsiedlerhöhlen und Kapellen vorbei bis ans Eingangstor der Burg. Sie ist grösstenteils verfallen. Decken sind eingestürzt, Wände mit Grüssen und Parolen verschmiert und Wände eingefallen. Die Aussicht über Stadt, Bucht und Berge aber ist unglaublich schön. Nach einem Kaffee und hausgemachten Käse auf der nahen Berghütte ging’s runter zum Meer, denn einmal musste ich zumindest kurz in das bereits kühle Mittelmeer tauchen.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #52: Kotor/Montenegro
Als ich vom angeblich einzigen Fjord ausserhalb Skandinaviens hörte, wusste ich, dass ich dorthin wollte. Was Kotor wirklich so einzigartig macht, war nicht nur die herrliche Bucht, sondern auch die uralte Altstadt, über der eine Festung wacht. Herumschlendern, Kirchen von innen und aussen bewundern und die zahlreichen Besuchergruppen von Kreuzfahrtschiffen beobachten, während ich Kaffee schlürfe. Kotor ist gemütlich.
OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #51: Albanien
Albanien ist bekannt für seine unberührte Bergwelt mit kleinen Dörfer und grosser Gastfreundschaft. Diese abgelegenen Gegenden habe ich vor bald mal auf vier Rädern zu erkunden. Mit dem Motorrad wollte ich aber dennoch an die Küste nach Shkodar und dem gleichnamigen See. In der Hauptstadt Tirana musste doch ein Kaffeestop eingelegt werden. Auf der Suche nach einem netten Café reihte ich mich in den vollen, chaotischen Verkehr ein. Im ‚Marko Polo‘, nach dem berühmten italienischen Reisenden benannt, wurde ich fündig.
Shkodar ist kleiner als ich dachte. Eine kleine, schöne Altstadt ist umgeben von Betonbauten. Der See wird umrahmt von hohen Bergen und gibt der Gegend eine reizende Note. Sie lockten mich hinauf, aber das muss noch etwas warten. Erst genoss ich die wirklich tolle Gastfreundschaft in Shkodar und das Willkommens-Bier meines Hostels.
