OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #49: Die Felsenklöster von Meteora

Die Fahrt durch den herbstlichen Wald alleine war es schon wert früh aufzustehen. Als dann die pittoresken Felsformationen in Dicht kamen, blieb mir einen Moment der Atem weg. Über dem alles thronen die Felsklöster von Meteora.

Vor hunderten von Jahren erbaut, ist ihr Anblick immer noch faszinierend. Früher nur über Strickleiter erreichbar, wurden später Treppen in Fels geschlagen. Dennoch sind die Aufstiege zu den einzelnen Klöster schweisstreibend. Der Ausblick und die Anlagen selber entschädigen für jede erklommene Stufe.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #47: Thessaloniki

An jeder Ecke stehen Zeugen vergangener Kulturen. Sie scheinen in die Stadt eingewebt zu sein, und Leben als Stolz der Nation weiter. Wo immer ein Loch in Boden gegraben wird, werden neue Ruinen entdeckt. Gotteshäuser wurden restauriert, damit die altertümlichen Zeremonien darin weitergegeben werden können.

Aber auch das moderne Stadtleben ist nicht zu übersehen. Morgens zwängen sich Autos durch die engen Strassen. Die vielen Motorräder fallen mir besonders auf. Anders als in den Ländern zuvor, sieht man auch grosse Motorräder durch die Strassen rollen und zu auf parkieren. Die Uferpromenade wirkt dafür noch leer und verlassen. Nur wenige Spaziergänger und Jogger nutzen die morgendliche Kühle. Mit steigendem Verkehrsaufkommen mache ich mich auch auf den Weg, denn lange wollte ich mich nicht in der Stadt aufhalten.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #45: Matka Schlucht in Mazedonien

Mazedonien hat nicht nur eine sehenswerte Hauptstadt, sondern auch viel Natur zu bieten. Dazu gehört auch die Matka-Schlucht mit der angeblich tiefsten Unterwasserschlucht Europas. Die neugewonnenen Reisefreunde nahmen mich mit ihrem Auto mit. Zusammen wollten wir die Schlucht erwandern und vor allem die besagte Höhle besuchen. Ein Pfad führte über dem Wasser immer tiefer in die Schlucht. Dann plötzlich war Schluss. Unser Ziel, die grosse Tropfsteinhöhle befand sich aber auf der anderen Seite, ohne Brücke oder Steg. Uns blieb nichts anderes übrig als zurück zu gehen und, einen Kaffee später, eine Bootstour mit zu machen. Der Blick vom Boot aus war aber ebenfalls berauschend. Die Höhle selber war dann aber nicht so tief wie erwartet, und es fehlte auch an eindrucksvollen Formen von Stalaktiten und Stalagmiten. Doch schon die Wanderung und die Bootstour waren der Aufwand wert.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #44: Ein Rundgang durch die Geschichte von Skopje

Ursprünglich plante ich nur eine Nacht mit kurzem Spaziergang in der Hauptstadt von Mazedonien. Schnell wurde mir aber klar wie viel Geschichte die Vergangenheit in diese Stadt gepackt hatte. Von wechselreichen Herrschern und Völker, zu Geburt von grossen Eroberer und heiligen Schwestern und monumentalen Bauten.

In der Unterkunft lernte ich auch zwei sympathische Deutsche kennen, denen ich mich für eine Stadtführung anschloss. Vom Geburtsort von Mutter Teresa zum Platz mit dem Monument des Alexander des Grossen, durch den alten Basar hinauf in das befestigte Fort. In den drei Stunden erfuhren wir von unserem Guide Mihail allerhand Interessantes.

Spontan beschlossen vier Mitglieder der Stadttour auf den nahen Berg mit dem grossen Millennium Kreuz zu gehen. Ich durfte mich wiederum anschliessen. Wir bestiegen die Gondelbahn, die uns in die Höhe brachte, und uns eine beraubende Sicht über die Stadt und die Umgebung eröffnete. Der Abstieg nahmen wir sportlich unter die Füsse, folgten einem kleinen Pfad, der eigentlich für Mountainbikes angelegt wurde.

Nach kleiner Rast wurde es dann Zeit für eine abendliche Stadtbesichtigung, inklusive Imbiss und Bier natürlich.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #40: Eine Bergfestung in Bulgarien

Von der weiten Ebenen der Walachei überquerte ich die Donau und betrete, bzw. befahre, das 13. Land auf meiner Osteuropa-Tour. Bulgarien. Anstatt der gemächlich fliessenden Donau flussaufwärts zu folgen, beschloss ich einen Umweg in die Berge zu machen. Dort klebt am Hang der kleine Ort Veliko Tarnovo, dessen wechselreiche Geschichte bis zur Römerzeit zurück reicht. Das mittelalterliche anmutende Zentrum am Berg wird von einem idyllischen Fluss umschlossen. Auf der Spitze thront ein Burgareal mit mächtigen Mauern. Ich parkte kurz davor, beschloss aber dann doch, lieber die Pause bei einem Kaffee mit Ausblick zu nutzen. Der Cappuccino des „Panorama Restaurant“  schmeckte scheusslich. Aber man kann ja nicht alles im Leben haben, dachte ich und wendete mich dem wahrlich erhebenden Ausblick über den Ort und das Tal zu.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #37: Durch Transnistrien nach Moldawien

Ein gutes Gefühl wieder unterwegs zu sein. An der letzten Ukraine-Tafel stieg die Spannung auf Transnistrien. Das Land hat sich 1990 von Moldawien abgetrennt, wurde aber nie vom anderen Staaten anerkannt, ausser Russland. Trotzdem hat es eine eigene Regierung, eigen Währung und eigene Grenzkontrolle.

Und die erkannte ich schon von weitem an ihren grossen Hüten, die aus der russischen Ära hinübergerettet wurden. Durch die überdimensionierten Kopfbedeckung sehen die Köpfe doch noch kleiner aus, dachte ich beim näher kommen. Wegen Sprachschwierigkeiten dauerte es eine Weile bis ich meine Reisepläne klar machen konnte. Also ein Transitvisa, beschlossen die Beamten, und händigten mir einen Zettel aus. Ein weiterer Zollbeamte wollte noch wissen, was ich einführe. Da ich aber weder Drogen, Rauchwaren, Alkohol oder Waffen mitführe, liess auch er mich passieren. Das alles ohne grosse Wartezeiten und Schmiergelder, wovor ich schon gewarnt wurde.

Natürlich musste ich in der Hauptstadt Tiraspol eine Kaffeepause einlegen. Ansonsten fand ich beim Durchfahren nichts anziehendes an der grauen Stadt. Darum ging’s nach dem Kaffee auch gleich weiter. Wobei die Ausreise etwas komplizierter wurde. Der Zöllner fragte nach einem Schein, worauf das Motorrad deklariert wäre. Hatte ich bei der Einreise nicht bekommen, und wurde auch nie erwähnt, obwohl bei der Einreise meine Maschine gesehen und begutachtet wurde. Es wäre meine Pflicht, das Fahrzeug zu deklarieren, und damit hätte ich eine Busse zu begleichen. Da haben wir’s. Diese Scheinanschuldigungen, die dazu dienen, Geld aus Reisenden zu ziehen. Ich blieb hart, und durfte dann tatsächlich mit einer Verwarnung weiterziehen.

Chisinau, die Hauptstadt Moldawiens, hat mich positiv überrascht. Im Herzen der Stadt sind zwei Parks angelegt, die Möglichkeiten zum Verweilen bieten. in einem befindet sich eine orthodoxe Kirche. Sie war gut besucht als ich mich ihr näherte. Junge Frauen, in hübschen, kurzen Röcke bedecken ihr Haar züchtig mit einem Schal oder Schleier beim Betreten der Heiligen Räume. Draussen sitzen Liebespaare auf den Bänken und spazieren junge Familien in der Alleen. Ich werde von einem jungen Paar angesprochen, die selbst auf Reisen ist. So ergibt sich ein netter kurzer Austausch auf der Strasse.

Bevor ich mich in mein Zimmer zurückziehe, geniesse ich ein Abendbier in der nahen, gemütlichen Bar und sinniere über schnelle Touren versus langsames Reisen nach. Hier würde ich definitiv noch etwas Zeit dranhängen.

 

 

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #36: Die Burg Akkerman in Bilhorod-Dnistrovskyi

Die Stadt Bilhorod-Dnistrovskyi liegt südlich von Odessa am Schwarzen Meer. Eine strategische wichtige Position, die seit jeher besiedelt wurde. Darum ist es auch nicht verwunderlich, hier eine grosse Burganlage zu finden. Nach der Feriensaison ist es besonders ruhig und ich hatte die Anlage fast für mich alleine. Ich schlenderte also gemütlich darin herum, erklomm die Zinnen, kämpfte gegen anstürmende Drachen und befreite gefangen genommene Prinzessinnen…

Auf der Suche nach einem netten Cafe stoppte ich an einem Park, der die Helden vergangener Kriege huldigt. Kanonen und ein echter Radpanzer wurden neben vergoldetem Soldatendenkmal aufgestellt. Hier wird nicht an die Gräuel der Kriege erinnert und ermahnt, die Zukunft friedlicher zu gestalten, sondern propagiert den Heroismus und huldigt den Kampf.

 

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #35: Ans Schwarze Meer

Es drängte mich weiter zu kommen. Aus diesem unfreundlichen Hotel raus. Raus aus der Stadt. Ans Schwarze Meer, ohne grossen Hafen, dafür mit Sandstrand. Doch nach zwei Kilometer Fahrt streikte die Honda auf’s Neue. Mitten in der Kreuzung, auf den Tramschienen, ging der Motor aus und liesst sich nicht mehr starten. Auf den Bürgersteig geschoben, setze ich mich erst ins Café nebenan und checkte die Lage. Glücklicherweise gab’s nicht weit entfernt eine Honda-Werkstatt, die einen Bus vorbei schickte. Der Fahrer und ich waren soeben am Einladen, als spontan ein weiterer Motorradfahrer anhielt und mithalf. Ein weiteres Beispiel, wie ein verbindendes Element, hier das Motorradfahren, ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt. Wir sollten öfters nach Gemeinsamkeiten und Verbindendes schauen und weniger nach dem was uns unterscheidet und trennt.

Trotz allen philosophischen Überlegungen, der Fehler am Motorrad musste gefunden werden. Die anfängliche Vermutung, es liege an der Benzinpumpe, würde eine weitere Woche Warten auf das Ersatzteil bedeuten. Eine Woche, in der ich hoffte, viele Kilometer hinter mich zu bringen. Dann aber die Erleichterung; der Fehler lag an einem kleinen Schalter, der den elektrischen Zugang zur Benzinpumpe unterbrach, oder so. Egal, Hauptsache die Maschine läuft, ohne lange Wartezeiten, ohne grosse Kosten. Der Tag war zwar fast verloren, dafür gewann ich einen weiteren (Motorrad-)Freund mehr.

Eine gute Stunde Fahrt gen Süden liegen einige Orte direkt am Meer. Die Badesaison ist vorbei, dementsprechend verlassen wirkte die Gegend auch. Der Weg zur angepeilten Unterkunft, führte auf lose Schotterwege, die dann in Sand führten. Also die schwere Maschine mühsam drehen und weitersuchen. Immerhin war ich am Meer. Die Motorradstiefeln ausziehen und die Füsse ins kalte Schwarze Meer stellen. Kurz vor Sonnenuntergang fand ich doch noch ein Gästehaus. Und Abendessen. Und Bier. Alles wird gut.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #28: Kiev, Mariinskyi-Park

Der Tagesausflug zu einer ehemaligen Militärbasis fiel aus. Also einfach mal durch die Stadt bummeln und einen der berühmten Parks besuchen. Der Mariinskyi Park soll der schönste von allen sein.

Aber erst einfach mal drauf losgehen. Strassen, Parks und Fluss entlang. Ich sehe Graffitti. Treffe auf einige Protestierende, die entweder ihr Zelt vor Ministerien aufgebaut haben, oder laute Musik vor öffentlichen Gebäuden abspielen. Auch Spuren und Mahnmale aus der 2013/14er Bewegung sind noch zu sehen. Dann Statuen, grosse und kleinere. In den Parks, am Strassenrand, bei Brunnen, vor öffentlichen Gebäuden. Überall. Über Kopfsteinpflaster gelange ich in den besagten Park. Viel Grün und schattige Bäume. Einige Blumenrabatte um den grossen Brunnen herum. Ein Park wie jeder andere auch. Mit Jungfamilien, Jungverliebten und jung gebliebene Retter. Und Kaffee-Stände natürlich. Ich kann nicht was Besonderes hervorheben, muss aber zugeben, dass mir Kiev insgesamt gefällt. Nur schon einfach durch die Stadt zu schlendern macht Spass. Und so bleibe ich in Bewegung, bis auf wenige Kaffeepausen und ein abendliches Bier.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #26a: Chernobyl, zweiter Tag in der Geisterstadt

Pripyat, die Stadt die in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks stand, hatte zur Zeit des Reaktorunfalls etwa 50’000 Einwohner. Es war ein weiterer Ausbau des Kraftwerkes im Gange und damit wäre die junge Stadt, gegründet 1970, auf mindestens 80’000 Einwohner angewachsen. Durch das Atomkraftwerk als guter Arbeitgeber war es eine prosperierende Stadt mit grosszügiger Infrastruktur und Angeboten. Der Supermarkt hatte vielfältigeres Sortiment, das Schwimmbad war in Olympiagrösse gebaut, viele Schulen und Sportplätze waren für mehr kinderreiche Jungfamilien ausgelegt. Ein Rummelplatz war eben gerade fertiggestellt worden und die Eröffnung für nur wenige Tage nach dem Unfall geplant. Unbenutzt nagt nun der Zahn der Zeit an der Vergnügungseinrichtungen. Anstatt ein Ort des Lachens und Vergnügens, wurde es zur Ikone des leisen, nuklearen Todes.