OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #50: Lake Ohrid / Mazedonien

Durch herbstlichen Wald führt eine wenig befahrene Strasse, die das Herz eines Bikers höher schlagen lässt. Kurve um Kurve einem Fluss entlang, prächtige Farben von bewaldeten Bergen und ab und zu ein kleines schmuckes Dorf. Dann wechseln die Farben vom kräftigem Rot und Gelb in ein tiefes Blau. Der Lake Ohrid erscheint.

Das alte Städtchen Ohrid ist als UNESCO Weltkulturerbe geschützt. Der gleichnamige See bildet eine herrliche Kulisse für all die altrömischen Ruinen, Mosaiken, der mittelalterlichen Burg und den vielen Moscheen und orthodoxen Kirchen. Die berühmteste ist wohl die des Heiligen Johannes von Kaneo, etwas ausserhalb der Stadt. Sie liegt direkt über dem See und wegen ihrer pittoresken Lage gern besucht. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist frühmorgens. Ein schmaler Gehweg führt dahin, und mit etwas Glück fängt man gerade die ersten Sonnenstrahlen über der Stadt auf.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #49: Die Felsenklöster von Meteora

Die Fahrt durch den herbstlichen Wald alleine war es schon wert früh aufzustehen. Als dann die pittoresken Felsformationen in Dicht kamen, blieb mir einen Moment der Atem weg. Über dem alles thronen die Felsklöster von Meteora.

Vor hunderten von Jahren erbaut, ist ihr Anblick immer noch faszinierend. Früher nur über Strickleiter erreichbar, wurden später Treppen in Fels geschlagen. Dennoch sind die Aufstiege zu den einzelnen Klöster schweisstreibend. Der Ausblick und die Anlagen selber entschädigen für jede erklommene Stufe.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #48: Der Strand nach der Saison

Die zwei deutschen Jungs, die ich in Skopje getroffen hatte, fuhren zum Strand nach Paralia, südlich von Thessaloniki. Warum das Wochenende nicht auch am Strand verbringen, dachte ich, und fuhr ebenfalls hin. Gerade rechtzeitig um noch ein Bad im Meer in der abklingenden Nachmittagshitze zu nehmen. Am nächsten Tag kam erst gar keine Lust am Baden auf. Trüb, regnerisch und kalt zeigte sich der Herbst in Griechenland. Die wenigen Urlaubsgäste trauten sich nicht mehr aus ihren Hotel raus. Der Besitzer meiner Unterkunft, der sich hauptsächlich als Erfinder sieht, malträtierte mich mit seinen Ideen. Unter anderem stellte er mir seine, angeblich patentierte, Doppelgabel vor. Sie helfe Geschäftsleute schneller zu essen und so Zeit zu sparen, ist er überzeugt. Ich flüchtete nach draussen. In die trüben. leeren Gassen. An den einsamen Strand, wo eine steife Brise wehte. In geheizten Cafés mit guter Internetverbindung.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #47: Thessaloniki

An jeder Ecke stehen Zeugen vergangener Kulturen. Sie scheinen in die Stadt eingewebt zu sein, und Leben als Stolz der Nation weiter. Wo immer ein Loch in Boden gegraben wird, werden neue Ruinen entdeckt. Gotteshäuser wurden restauriert, damit die altertümlichen Zeremonien darin weitergegeben werden können.

Aber auch das moderne Stadtleben ist nicht zu übersehen. Morgens zwängen sich Autos durch die engen Strassen. Die vielen Motorräder fallen mir besonders auf. Anders als in den Ländern zuvor, sieht man auch grosse Motorräder durch die Strassen rollen und zu auf parkieren. Die Uferpromenade wirkt dafür noch leer und verlassen. Nur wenige Spaziergänger und Jogger nutzen die morgendliche Kühle. Mit steigendem Verkehrsaufkommen mache ich mich auch auf den Weg, denn lange wollte ich mich nicht in der Stadt aufhalten.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #45: Matka Schlucht in Mazedonien

Mazedonien hat nicht nur eine sehenswerte Hauptstadt, sondern auch viel Natur zu bieten. Dazu gehört auch die Matka-Schlucht mit der angeblich tiefsten Unterwasserschlucht Europas. Die neugewonnenen Reisefreunde nahmen mich mit ihrem Auto mit. Zusammen wollten wir die Schlucht erwandern und vor allem die besagte Höhle besuchen. Ein Pfad führte über dem Wasser immer tiefer in die Schlucht. Dann plötzlich war Schluss. Unser Ziel, die grosse Tropfsteinhöhle befand sich aber auf der anderen Seite, ohne Brücke oder Steg. Uns blieb nichts anderes übrig als zurück zu gehen und, einen Kaffee später, eine Bootstour mit zu machen. Der Blick vom Boot aus war aber ebenfalls berauschend. Die Höhle selber war dann aber nicht so tief wie erwartet, und es fehlte auch an eindrucksvollen Formen von Stalaktiten und Stalagmiten. Doch schon die Wanderung und die Bootstour waren der Aufwand wert.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #43: Spaziergang durch Pristina/Kosovo

Die Staatengemeinschaft ist sich nicht ganz einige über den definitiven Status von Kosovo. So zählt es nach einer UNO-Resolution noch zu Serbien. Und doch hat Kosovo eine de-facto-Regierung, eigene Grenze, die von Beamten und Militär bewacht wird und führte als Währung den Euro ein. In der Hauptstadt Pristina machte ich einen Kaffeestop und konnte es mir nicht nehmen lassen, einen Spaziergang durch die Innenstadt zu machen. Viele Leute geniessen das herrliche Spätsommerwetter in Cafes und beim Bummeln durch die Einkaufsmeile. Neue Gebäude werden errichtet, darunter auch Geschäftshäuser und Kirchen. Es lebt und wuselt. Die Strassen scheinen permanent mit dem Verkehr verstopft zu sein. Und doch fehlt der Stadt ein eigener Charme, die soviel andere platze ausmachen. Das war vielleicht mitunter ein Grund mich wieder auf die Honda zu setzen und die südliche Grenze von Kosovo nach Mazedonien zu überqueren.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #42: Der Schädelturm in Nis/Serbien

Kurz nach der Grenze zu Serbien empfängt mich ein enges Tal mit herrlichen Kurven. Dahinter fand ich Nis, ein kleiner Ort mit grosser Vergangenheit. Es lag schon immer an wichtigen Handelswegen und deshalb auch immer wieder umkämpft.

Der Besitzer des Hostels konnte zwar kein englisch, versuchte mir aber doch die Geschichte seiner Stadt näher zu bringen. Vor allem machte er mich auf die vielen Sehenswürdigkeiten aufmerksam. Einige Sachen waren geschlossen, aber der alte Schädelturm war zur Besichtigung offen. Nach einer Schlacht, in dem die Osmanen die aufsässigen Serben bezwangen, richteten die Sieger einen Turm auf, in dem sie Hunderte von Schädeln der Gefallenen einmauerten. Es diente seither als Mahnmal und Abschreckung.

Nach einem Rundgang mit weiteren Sehenswürdigkeiten, fand ich das empfohlene Restaurant. Erstaunlich scharf wurde mir der serbische Salat serviert, schmeckte aber wie die anderen Gerichte währschaftlich gut. Ein Bier kühlte dann die Kehle wieder und brachte eine angenehme Müdigkeit.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #41: Viel Archäologie in Sofia

In der Hauptstadt Bulgariens hielt ich mich nur kurz auf. Trotzdem kann man in Sofia in kurzer Zeit viel entdecken. Wenn man im Stadtzentrum aus der Metro steigt, befindet man sich auch gleich in einer römischen Ausgrabungsstätte. Davor steht eine mittelalterliche, orthodoxe Kirche und dahinter eine Statue aus der kommunistischen Ära, die von modernem Geschäftsgebäude überschattet wird. Einfach rumschlendern, die Stadt und ihre Zeugnisse der Vergangenheit auf sich wirken lassen, hin und wieder ein Kaffe oder abends ein Bier trinken. Sofia hat alles zu bieten.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #40: Eine Bergfestung in Bulgarien

Von der weiten Ebenen der Walachei überquerte ich die Donau und betrete, bzw. befahre, das 13. Land auf meiner Osteuropa-Tour. Bulgarien. Anstatt der gemächlich fliessenden Donau flussaufwärts zu folgen, beschloss ich einen Umweg in die Berge zu machen. Dort klebt am Hang der kleine Ort Veliko Tarnovo, dessen wechselreiche Geschichte bis zur Römerzeit zurück reicht. Das mittelalterliche anmutende Zentrum am Berg wird von einem idyllischen Fluss umschlossen. Auf der Spitze thront ein Burgareal mit mächtigen Mauern. Ich parkte kurz davor, beschloss aber dann doch, lieber die Pause bei einem Kaffee mit Ausblick zu nutzen. Der Cappuccino des „Panorama Restaurant“  schmeckte scheusslich. Aber man kann ja nicht alles im Leben haben, dachte ich und wendete mich dem wahrlich erhebenden Ausblick über den Ort und das Tal zu.

OST-EUROPA-MOTORRADTOUR #39: Der Charme von Bukarest

Der äussere Ring von Bukarest scheint aus grauen, eintönigen Plattenbauten zu bestehen. Das Herz von Bukarest bildet aber eine pittoreske Altstadt. Orthodoxe Kirchen, grosse Herrschaftshäuser und schön angelegte Stadtpärke. Ein riesiger Boulevard führt zum protzigen ‚Palast des Volkes‘, das vor allem einem Zweck zu dienen scheint: Das Volk mit schierer Grösse zu beeindrucken. Und das tut es auch. Ein monumentaler Bau, vor dem sich der einfache Mensch klein und nichtig vorkommt.