Morgens im Krugerpark

Leise brummend rollt der Landrover über die gute Strasse im Krugerpark gen Süden. Mein Blick heftet sich am heller werdenden Horizont während meine müde Gedanken dahin schweifen. Ob es sich wirklich lohnt morgens um 4 Uhr aufzustehen, um noch vor dem Sonnenaufgang auf Pirsch zu gehen? Der kühle Morgen soll ja die beste Zeit sein, um Raubtiere aktiv zu sehen. Zumindest ist dieser Morgen sehr ruhig und ich bin in den 20 Minuten Fahrt noch keinem anderem Fahrzeug begegnet.

Die Silhouette weckt mich aus meinen Morgengedanken. der charakteristische, sehnige Körper mit langem Schwanz lässt sofort den Geparden erkennen. Im Gegenlicht bewegt er sich erhaben auf eine steinerne Mauer zu und setzt sich darauf. Gelassen beäugt er mich, bevor er sich die Gegend anschaut und dann im hohen Gras verschwindet.

Für heute hat sich das frühe Aufstehen also gelohnt. Und es blieb nicht beim einzigen Highlight. So beobachtete ich später noch ein Rudel Wildhunde, junge, spielende Hyänen und kämpfende Impalas, neben Elefanten, Krokodile und Flusspferde. Ganz unerwartet tauchte dann mittags sogar ein Leopard neben der Strasse auf und rundete so eine Fotopirschfahrt ab.

Wanderung auf den Berg Nyonyane

Im Mlilwane Naturpark gehört die Wanderung auf den Berg Nyonyane zum Highlight. Der Berg wird weitläufig auch „Execution Rock“ (Hinrichtungsfels) genannt. Diese Bezeichnung kommt aus der Zeit als Verurteilte gezwungen wurden dort hoch zu steigen und sich selber die steile Felswand hinunterzustürzen. Ein Hauch dieser dunklen Zeiten scheint noch über den Gipfel zu wehen als ich mich morgens dem Ausgangspunkt der Wanderung nähere.

Schon kurz nachdem ich das Camp im Mlilwane Park verliess sehe ich in der ferne Zebras und Antilopen vorbei ziehen. Dies macht der Reiz dieser Wanderung aus; man kann hier herumstreunen ohne Gefahr zu laufen, von einem Raubtier angefallen zu werden. Nur das Krokodil im See äugt etwas zu gierig ans Ufer hoch. Dann aber verschwindet der Wanderweg erst durch dicctenen Wald, bevor es stetig aufwärts geht und den Blick über das Königreich von Eswatini freigibt…

Incwala – Die Königszeremonie in Eswatini

Ein Schritt nach links, ein Schritt nach rechts, und jeder vierte wird gestampft, begleitet mit „shh-shh“-Geräusche. Die meisten Krieger gucken ernst nach vorne, doch als ich zögernd in ihre Reihe trete, machen sie bereitwillig Platz und erklären mir den simplen Ablauf der Schritte. Der junge Swazi rechts von mir will wisssen woher ich komme. Aus der Schweiz, antworte ich. „Ahh, Xhakaaa…„, grinst er mich an. Erstaunt nehme ich war, dass er deutlich mehr über diesen Schweizer Fussballer weiss, denn ich selber. Ein älterer Herr in der vorderen Reihe guckt ernst zurück und wir konzentrieren uns wieder auf die monotonen Tanzschritte.

Ich befinde mitten in der Incwala, einer der heiligsten und grössten Zeremonie des Königreich Eswatini. Der Höhepunkt des mehrtägigen Festes findet im Innern eines grossen Kraals mit bestimmt 100 Meter Durchmesser und drei Meter hoher Zaun aus dicken Holzästen und Stämme statt. Auf der einen Seite reihen sich die Swazi Krieger in ihren traditionellen Kleider auf. Dazu gehört das mit Stolz um die Hüfte getragene Leopardenfell, aus Kuhschwänze fabrizierten Umhang, ein Schild aus Kuhleder, ein Kopfschmuck mit kostbaren, bunten Federn und dunkle Stöcke, die übern Kopf geschwungen werden.

Auf der gegenüber liegenden Seite des Kraal stehen bunt gekleidete Frauen in Gruppen, ebenfalls tanzend und singend. Statt eines Stockes balancieren sie einen hellen Zweig in der Luft. Nach und nach betreten auch barbusige Frauen und Mädchen den Kraal, nur mit einem sehr kurzen Rock bekleidet, und tanzen auf die Männer zu und zurück.

Eigentlich ist es Ausländer nicht gestattet sich innerhalb diesen Kraals aufzuhalten. Und eigentlich wusste ich noch vor einigen Tage nicht mal über die Existenz dieser Zeremonie. Doch dann brachte mich Ellen, eine Reisefreundin, hier her und machte mich auch noch mit einigen Leuten bekannt. Neben dem Tourismus-Minister und einigen Presseleute, begegnen wir auch einem Piloten der königlichen Familie und dem königlichen Hoffotografen. Schnell lernen wir, dass es nicht nur im heiligen Innern des Kraals ein Fotoverbot herrscht, sondern auch nur diskret direkt vor dem Kraal Aufnahmen gemacht werden dürfen. Was wiederum kein Problem darstellte ist das Fotografieren auf dem Platz rundum, wo sich Frauen und Männer auf die Zeremonie vorbereiten oder auf ihren Einsatz warten.

Trotz generellem Verbot werden einige Ausländer in den Kraal zugelassen. Das geht aber nur mit einer Bewilligung. Auch einige akkreditierte Fotografen dürfen sich für eine kurze Zeit darin bewegen und Fotos machen. Der Hoffotograf bemühte sich für Ellen und mich um eine solche Bewilligung, was aber zeitlich zu kurzfristig war. Immerhin erreichte er, dass Ellen, auf der Frauenseite, und ich bei den Krieger, in den Kraal gelassen werden.

Es wird Zeit für den König von Eswantini, Mswati III, der in seiner ganzen Pracht und mit riesigem Schmuck die Szenerie betritt. Im Schlepptau seiner persönlichen Leibgarde, ebenfalls in traditionellem Kriegsgewand, schreitet er den Kraal ab, reiht, nur etwa 20 Meter von mir entfernt, sich bei seinen Krieger ein und stampft mit. Das geht über mehrere Stunden weiter, ohne dass sich wirklich grosse Variationen oder gar Aktionen erkennen liess. Dann, als sich die Kriegerschar in das Zentrum gestampft hatte, wurde ich höflich, aber bestimmt, gebeten, wie alle anderen Ausländer auch, den Kraal zu verlassen. Draussen fand ich Ellen, die ebenfalls aus ihrer Frauentanzgruppe ausgeschlossen wurde. Zusammen verlassen wir den königlich-heiligen Platz und nehmen eine reiche Erfahrung mehr mit. Und auch einige fotografische Impressionen…

Eswatini Jazz Festival

Eswatini, so nennt sich sich nun das ehemalige Swaziland. Neu ist aber nicht nur die Bezeichnung des afrikanischen Königreiches, sondern auch ein Jazzfestival, das ausgerechnet am Wochenende meines Ankunft stattfindet. Für die erste Austragung des Eswatini Jazz Festivals durfte ich mit viel Glück, und den Beziehungen einer guten Reisefreundin, in den Backstagebereich. Die Chance den Jazz nicht nur aus nächster Nähe zu hören, sondern auch noch fotografieren zu können, liess ich mir nicht entgehen.

Grosse Namen des lokalen und südafrikanischen Jazz’s wie Stimela, Don Laka and Jimmy Dludlu sind vertreten. Mit Inbrunst und Herzblut widmen sich die Jazzmusiker ihren Instrumenten, gehen in ihren Lieder auf und tauchen mit ihren Solo ins Publikum ein. Eine Freude diese wahre Musiker nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Und zu fotografieren…

Zurück in Afrika…

Wie schlafend steht mein Landrover in der Ecke neben dem Farmhaus. Und da möchte er auch gern weiterschlafen. Die ersten Erweckungsversuche misslingen. Dank meinen Freunden auf der Farm ist schnell eine neue Batterie besorgt und dem Reisefahrzeug neues Leben eingehaucht.

Bevor’s aber richtig losgeht werde ich von meinen Freunden für’s Wochenende auf ihre ‚game farm‘ eingeladen. Sie erwarben diese privaten Wildtierpark etwa ein Jahr zuvor und nutzen ihn für ihre grosse Familie und Freunden. So kam ich ihn Genuss mit einigen Familienmitglieder und Freunde einige Tage dort zu verbringen. Mit einem aufmunterndem Lächeln wurde mir sogar der Schlüssel für das Safariauto gereicht. Natürlich konnte ich dem Angebot nicht widerstehen und führte die Gesellschaft durch den Busch auf der Suche nach wilden Tiere…

Loyangalani

Das trockene, verstaubte Dorf hat ausser dem Turkanasee nicht wirklich was zu bieten. Nach Loyangalani reist man nicht um imposante Bauten zu sehen oder grosse, kulturelle Anlässe zu besuchen. Nicht einmal atemberaubende Landschaften bietet die karge Wüstenlandschaft. Nach Loyangalani fährt man nur hin, um einfach mal hier gewesen zu sein, der einsamen und „gefährlichen“ Wüstenroute getrotzt zu haben und sich selber als Abenteurer zu feiern.

Und wie immer, wenn sonst alle touristischen Highlights abgeklappert sind, oder eben gänzlich fehlen, rücken die Menschen in den Vordergrund. Es sind die Bewohner einer Stadt oder Gegend, die dem Ort die Seele geben und den Charakter formen. Erinnerungen an jeden Ort sind verknüpft mit den Begegnungen ihrer Bewohner. Werden wir gut und freundlich aufgenommen, so bleibt dieser Flecken Erde auch positiv in unserem Gedächtnis haften. Werden wir aber abgewiesen oder gar feindlich behandelt, dann kommt dieser bittere Geschmack immer wieder aufs neue hoch, wenn wir nur den Namen der Region hören.

Auf der anderen Seite müssen Bewohner auch die Besucher dulden. Fremde und fremdartige Menschen, die mal mehr, mal weniger Respekt vor der hiesigen Kultur und Sitte zeigen. Wortkarge Selfie-Abenteurer, verbissene Souvenirjäger oder respektlose Eindringlinge lassen die Scheu und Skepsis in der Bevölkerung wachsen. Dann aber auch wieder gutmütige Gäste, die Geschenke bringen, oder interessierte Investoren für Entwicklungs- oder Tourismusprojekte, die Hoffnung in abgelegene Dörfer bringen.

Auf einem Spaziergang durch einen Ort wie Loyangalani werden mir all diese Widersprüche bewusst. Misstrauen muss mit einem Lächeln begegnet, Ablehnung mit Respekt gekontert werden. Skepsis schwindet wenn man offenes Interesse zeigt und Neues lernt man durch echtes Zuhören. So erfahren Michael und ich viel aus dem Dorfleben hier, lernen wie eine Hütte gebaut und wie einfaches Werkzeug hergestellt wird. Die erst scheuen Menschen gewinnen Vertrauen, zeigen dann nicht ohne Stolz ihr Handwerk, die einfachen Hütten oder wie gut sie tanzen. Das Schönste aber ist immer, wenn man sich mit einem herzlichen Lachen verabschiedet und dem guten Gefühl wiederkommen zu wollen.

Loyangalani am Turkanasee

Heiss, trocken und staubig, das ist Loyangalani am Turkanasee. Ein Bad im See spendet zwar etwas Erfrischung, doch das Wüstenklima erfasst einem wieder sobald man am Ufer steht. Immerhin gibt es Quellen, in deren Nähe der Ort gegründet wurde. Auch unser Camp liegt an einer dieser kleinen Quellen. Das Wasser reicht aus um einige Schatten spendende Palmen hervorzubringen. Es lockt aber auch immer mehr Leute heran, die der kargen Landschaft nichts mehr abtrotzen können und in unsäglicher Armut leben. So wächst Loyangalani und droht die wenigen Ressourcen mit zu vielen Menschen teilen zu müssen.

Trotz Mittagshitze schlendern Michael und ich durch die staubigen Strassen. Hie und da kommen wir in ein Gespräch, machen Fotos und versuchen mehr über das Leben hier zu erfahren. Eine italienische Nonne erzählt uns über das ärmliche Leben hier, über die vielen Kinder, die trotz örtlicher Schule kaum Zukunftsperspektiven haben. So vertrauen sie alle, dass eine göttliche Fügung die ersehnte Wendung in diese Wüstengegend bringt. Bis diese aber kommt sinnieren Michael und ich über die sinnvolle Nutzung der Quellen. Unsere europäische Denkweise stört sich an Verschwendung des Wassers, das oft ineffizient genutzt wird und irgendwo über die Strasse läuft, um dort im sandigen Graben zu versickern.

Touristen gibt es in dieser abgelegenen Region weniger. Einige verirren sich trotzdem dahin. Nicht zuletzt wegen Wolfgang, der hier vor etwa 40 Jahren als erster ein Resort aufgebaut hat. Aus dem Geschäft hat er sich zurückgezogen, hiess es. Eine Legende ist er geblieben. Michael, mein Reisebegleiter, und ich fanden Wolfgang bei einem Bier in einer Bar. Mit einer Kippe in der Hand starrt er in den Fernseher über der Bar. Das Fussballspiel interessiert ihn offensichtlich mehr als wir Neuankömmlinge. Mein redseliger Reisegefährte löchert ihn mit Fragen und erzählt ihm von seinem Leben und Plänen als Missionar in Kenia. Wolfgang zeichnet ein müdes Lächeln auf sein eingefallenes, tief gefurchtes Gesicht. Ihn interessiert es nicht, denke ich für mich. Er sieht aus wie ein Mensch der mit dem Leben abgeschlossen hat. Die Geschichten anderer berühren ihn nicht mehr, und die eigene Geschichte ist abgelebt. Sein hagerer Körper fragt nur noch nach etwas Maisbrei mit Fleischstückchen, einem Bier und Zigaretten. Der müde Geist gibt sich mit dem Fernsehprogramm in der Bar zufrieden, und vielleicht flackern einige erinnerungswürdige Momente vor seinem inneren Auge auf.

Begegnungen in Diani Beach

Die Friseursalons in Afrika haben immer Hochbetrieb. Das stark gekrauste Haar der Afrikaner wollen viele Frauen nicht so natürlich hinnehmen. So wird geflochten, geglättet oder Haarverlängerungen eingewoben. Für die kunstvollen Frisuren, an denen manchmal drei bis vier Frauen gleichzeitig arbeiten, müssen nicht selten vier Stunden oder mehr veranschlagt werden. Mit Geduld sitzen die Kundinnen da, tratschen mit den Friseurinnen oder melden ihren Freundinnen bereits stolz die neue Frisur an.

Fast schon als Ausnahme gilt Delia, die ich beim Billiard spielen traf. Ihre Kurzhaarfrisur verkörpert ihre Persönlichkeit; stark, natürlich, eigenwillig, witzig und klug. Seit langer Zeit habe ich mich nicht mehr so gut unterhalten. Ernste Gespräche wechselten sich mit lustigen Bemerkungen und einem guten Schuss Ironie ab. Auf das Thema Fotografie kommend, wollte Delia mich unbedingt einem Bekannten vorstellen, der hier im Ort als Fotograf herumging und Mädchen angeblich als Models für ein belgisches Modeunternehmen anwirbt.

Als Freddy, der belgische „Fotograf“, mir gegenüber sitzt, sprudeln die Worte nur so aus ihm raus. Ganz Klischee erzählt mir der grauhaarige Mann um die Mitte/Ende 60 von seinem Leben als erfolgreicher Kriminal-Anwalt und zeigt mir Bilder von seinem Haus, seinem Auto, seiner Ex-Frau. Ob er nicht noch ein Boot hätte, frage ich ihn. Er scheint die Ironie nicht zu verstehen und verneint die Frage gewissenhaft. Sein Redefluss geht zu den jungen, schwarzen Frauen über. Nun erfahre ich, dass er als regelmässiger Tourist in dieser Gegend, nebenbei die Frauen anwirbt, um Fotos von ihnen als Vorauswahl nach Europa zu senden. Mit ein wenig Glück werden diese Frauen dann als Models verpflichtet, um vor Ort einem professionellem Fotografen für Fashion Shootings zu posen. Etwas erstaunt nehme ich wahr, dass er selber nicht einmal eine mittelmässige Schnappschusskamera dabei hat, sondern die angehenden Models einfach mit seinem Tablet ablichtet.

Kurz nach meinen Reisen und Lebensstil befragt, lädt Freddy mich spontan ein, ihn und Delia zum Lobster essen zu begleiten. Er kenne ein fabelhaftes Restaurant direkt am Meer, das man aber wegen dem allabendlichen Ansturm reservieren müsse. Zwar esse ich keine Meeresfrüchte, lasse mich aber zum Fisch essen überreden. Das „exquisite Restaurant“ entpuppt sich als einfache Strandkneipe, wie es sie zu Dutzende hier gibt. Einige zusammengezimmerte Holztische unter einem Strohdach, das auf vier Pfosten steht. Bevor wir aber als einzige Gäste unter das Strohdach treten, muss mir Freddy noch sein Können als Fotograf zeigen und lässt Delia vor seinem Tablet posieren. Die Vorspeise besteht dann auch aus weiteren mittelmässigen Fotos, die er mir auf seinem Tablet serviert. Zum leckeren Fisch fragt er mich weiter über meine Reisen aus, nur um mir seine weitläufigen Gedankenwelt darüber darzulegen. Interessant waren nur die von Witz und Ironie gespickten, kurzen Kommentare von Delia, die sich ansonsten genüsslich ihrem Lobster widmete. Es war schon dunkel als nur noch Fischgerippe und leerer Lobsterpanzer auf den Teller liegen. Freddy verlangt die Rechnung, hob kurz den Zettel näher an seine Augen und schielt zu mir rüber. Er hätte gerade etwas wenig Bargeld dabei, ob ich ihm mit 1000 Schillinge (ca 8€) aushelfen könne, fragt er mich ungeniert. Verdutzt reiche ich ihm der Schein rüber, wohl wissend, dass ich nun mein Essen trotz seiner Einladung selbst bezahlt habe. Noch bevor wir vom Tisch aufstehen glotzt er auf sein Handy und hebt lächelnd den Kopf. „Ich habe heute noch ein Date.“ verkündet er strahlend. „Mit wem?“, will Dalia wissen. „Du kennst sie auch“, antwortet er ihr mit einem Augenzwinkern, „es ist eines der Models, die ich fotografiert habe. Für 150 US$ kommt sie heute Nacht zu mir. Das ist doch ein angemessener Preis, nicht?“ Mit aufkeimendem Übel verlasse ich den Tisch, den Ort, die Küste…

Beach Life, just chilling!

Nach der Zeit in der staubigen Maasai Steppe und dem quirligen Leben vom touristischen Arusha sehne ich mich nach einem ruhigen Strand. Ich fand ihn in der Nähe von Tanga. Ein Camp in der Zwischensaison verspricht Ruhe und Abgeschiedenheit. Mein Landy durfte ich direkt am Strand unter Schatten spendenden Bäume stellen. Strom bekam ich von einem nahen Unterstand und hatte somit meinen Kühlschrank versorgt. Nun folgt nur noch ein kurzes. erfrischendes Bad im Meer und dann in den bequemen Stuhl mit einem Buch in der einen, einem Getränk in der anderen Hand. Relaxing pur.

Das Personal der Lodge, zu dem dieser Camping gehört, lässt mir meine Ruhe. Nur das Wachpersonal hält sich in meiner Nähe auf. Neugierig beäugen sie jeden Schritt und jede Bewegung, die ich mache. Im Schatten sitzend sprechen sie untereinander in ihrer gutturaler Sprache. Englisch sprechen sie nur gebrochen, trotzdem versuche ich einiges aus ihrem Leben zu erfahren. Ob es an der Sprachbarriere liegt oder an ihrer Schüchternheit mag ich nicht richtig zu beurteilen, aber viel mehr als ein freundliches Lachen bringen sie mir nicht entgegen. Daher gehe ich zur Abwechslung an die leere Strandbar und halte einen Schwatz mit der Managerin aus Südafrika, die sich ebenfalls hier aufhält. Sie alle geniessen die ruhige Zeit, bevor wieder mehr Touristen sich in dieses paradiesisches Fleckchen verirren. Auch ich gehe zurück zu meinem ruhigen  Strandstuhl, beobachte die vorbeiziehenden Dau mit ihren dreieckigen Segeln oder Strandkrabben beim Höhlenbau. Dann versinken meine Gedanken wieder in mein Buch und meine nackten Füsse in den Sand.

Back in Africa!

Als Wiedereinstig in Ostafrika bekam ich die Gelegenheit ein Event für Touranbieter in Arusha/Tansania zu besuchen und zu fotografieren. Im Vorfeld war das Management des ‚Culture Art Centre‘ optimistisch, dass die meisten der 120 angeschriebenen Safariunternehmer der Einladung folgen werden. Dementsprechend wurde auch das reichhaltige Catering vorbereitet. Während die Fleischspiesse auf dem Grill brutzelten und die Musiker ihre Trommel am Feuer aufwärmten, machte ich einen Rundgang. Das Dach der Haupthalle mit der grossen Bühne wurde einem Masai-Schild nachempfunden, erklärte mir der Manager. Das Gebäude daneben beinhaltet neben Büroräumen auch eine Ausstellungshalle und Souvenirshop und gleicht einer riesigen Trommel. Versteckt im Busch steht ein kleines Dorf mit Lehm-/Strohhütten, die ein Teil eines entstehenden Freilichtmuseums bilden.

Die ersten Tour Operators fanden sich ein. Viel mehr wurden es auch nicht mehr. Trotzdem wurde das Programm durchgezogen. Nach einer kurzen Begrüssung begann der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung. Eine gut geschulte, professionelle Tanz- und Musikgruppe marschierte auf die Bühne. Tänze und Musik aus verschiedenen Regionen Tansanias wurden vorgeführt. Unter anderem die berühmten Luftsprünge der Masai, Trommelwirbel aus der Küstengegend oder Gesang von den Morogoro Berge. Ein rundes Programm mit Künstler der hiesigen Universität.